Es ist ein Herantasten, vorsichtig, aber mit einer festen Gewissheit: die Rosen müssen gebrochen werden. Dies ist eine wichtige Konsequenz aus der Ausstellung “flowers gone” die doch in ihrer Gesamtheit sehr harmonisch angelegt war und das Gebrochene, welches ja auch eine meiner Absichten war, zu wenig nach vorne brachte.

Zwei Wege tun sich auf: einmal das Verbrenen der Rosenblätter. Dazu später mehr.

Und die Fesselung der Rosenmotive durch Würgerpflanzen oder Lianen. Hier sind die ersten Entwürfe zu sehen, die später in Form einer Collagrafie umgesetzt werden sollen.

 

 

Das Thema heute lautete “Blumenallergie” und war Bestandteil der Ausstellung “flowers gone” in der Galerie “artedos” in Kempen.

Blumenallergie verstanden als das Unbehagen der Künstlerfreunde beim Aufgreifen und Verarbeiten von floralen Themen oder Motiven war der Ausgangspunkt des Gesprächs. Wer Blumenmotive verarbeitet, wird von Künstlerkollegen belächelt, Unbehagen stellt sich ein – so unser Eindruck. Den Gründen versuchten wir auf die Spur zu kommen.

Einige Beispiele an zeitgenössischen Ausstellungen zum Thema wurden anhand von Bildmaterial ebenfalls vorgestellt.

Die Symbolik, die Funktion, die Allgegenwart der Blumen im täglichen Leben, Blumen als steter Begleiter aller menschlicher Lebensphasen und die Frage der Vergänglichkeit waren weitere Themenschwerpunkte. In wie weit der Versuch dem Thema in der kreativen Umsetzung neue Aspekte abzugewinnen gelingen kann, war ebenfalls Gesprächsgegenstand.

Auch das Thema Blumen und Kitsch wurde nicht ausgelassen.

Der Warencharakter von Blumen, der Versuch über die Verwendung von Blumen als Motiv ihre emotionale Bedeutsamkeit für den Menschen auf Produkte als Waren zu überragen und somit verkaufsfördernd zu wirken, indem dem Käufer suggeriert wird, er kaufe die Emotion, das positiv Belegte dieses  floralen Motivs war lange zentraler Gegenstand unseres Gespräches.

Und den Abschluss des Künstlergesprächs bildeten die Themenbereiche Kunstblume und Duft der Blumen.

 

 

 

Der Trend in den sinkenden Teilnehmerzahlen an der Gesprächsrunde setzte sich heute weiter fort: wir waren heute nur zu dritt.

Dies war daher die letzte 2SIM – Gesprächsrunde, denn die seit vielen Monaten stetig sinkenden Teilnehmerzahlen und auch deutlich spürbare fehlende Bereitschaft eigene Werke im Themenzusammenhang der Gesprächsrunde vorzustellen, lassen vermuten, dass diese Form des kommunikativen Austauschs unter Künstlerkollegen momentan keine Akzeptanz mehr findet. Die Gesprächsrunde, gestartet 2009, wird somit den Bedürfnissen angepasst und eingestellt. Ich bedaure dies sehr, denn mein Herz hing an diesem Projekt. Andere und vielleicht auch neue Formen des Dialog werden an diese Stelle treten müssen.

Ich danke allen, die in den vergangenen Jahren sehr regelmässig oder punktuell an diesem Projekt teilgenommen haben und für eine inhaltliche Gesprächsqualität gesorgt haben, die über das normale Maß unserer sonstigen künstlerischen Dialoge hinausging. Es fand ein thematischer Austausch statt, der uns wohl alle bereichert hat und das Treffen war zudem eine gute Gelegenheit zur personellen Vernetzung vieler Künstler der Region Niederrhein. Vielen Dank Euch allen.

 

 

 

Heute habe ich meine erste Blogparade auf “Buchalovs Blog” gestartet. Ausgehend von dem Satz “Eden ist der Ort, an dem Du mir schöne Dinge sagst” möchte ich wissen, was das für schöne Dinge sind und bitte meine Blogger darum, sie mir für die weitere Arbeit im Mai/Juni zur Verfügung zu stellen.

Die gesamte nächste Woche wird die Blogparade laufen. Ich bin auf das Ergebnis sehr gespannt.

 

 

 

 

 

“Erzählen” – man könnte in einem ersten Reflex denken, dass dies ein rein literarisches Thema sei. In unserem heutigen “2SIM – Gespräch” wurde aber schnell der Transfer zum bildenden Bereich deutlich und vertieft. Hier einige Stichworte , die den Kern unseres heutigen Gesprächs trafen:

  • die Erzählung per Definition als Darstellung / Erläuterung eines Sachverhaltes oder einer Situation
  • die Erzählung nicht als  reine literarische Form
  • Erzählbilder (Bilder, die Geschichten erzählen)  und Momentbilder (Bilder, die nur Momente wiedergeben)
  • die Abstrakton als erzählfeindlicher Raum
  • die Historie des Erzählens in der Malerei
  • assoziatives Erzählen in der modernen Malerei per gedanklicher Verknüpfung von Motiven eines Bildes durch den Betrachter
  • über Bilder such Redner  in Vernissagen  / Präsentationen erzählen: die Kunst der Beschränkung auf das Wesentliche ohne künstlerische Überhöhung
  • die Verantwortlichkeit des Künstlers für sein Werk als beschreibende Verantwortlichkeit
  • Künstlertreffen und Austausch: die Kollegenkritik auf Augenhöhe zur Verbesserung der Bildqualität als erzählerischer Vorgang im Sinne von Gespräch

Und immer wieder tauchte Gerhard Richter mit großen Gesprächsanteilen auch in kritischer Betrachtung seines Werkes in unserem Gespräch auf – in seiner Unfassbarkeit, seiner Unverbindlichkeit, seiner Bedeutsamkeit oder Überbewertung.

 

Wir treffen uns. Alle sind herzlich eingeladen.

 

 

Meine Kunst hat immer auch mit Sprache zu tun. Sprache vermittelt. Sprache ist Gegenstand. Sprache transportiert.

Und damit werden Worte als geistige und visuelle Brücke bedeutsam.

In meiner WORTKISTE sammele ich die Worte und Begriffe, die mir im täglichen Alltag über den Weg gelaufen sind, die einen besonderen Reiz auf mich ausüben, meine Interesse finden, die auf eine Weiterverarbeitung hoffen lassen und die etwas besonderes sind.

Die WORTKISTE wird weiter gefüllt und aufgestockt werden.

 

 

Fusstee Spülsaumerkundung
Bioerde X   Ömes
Dinkelbier wachfähig
beseelt ordnungslieb
Sinterung Ananasvogel
Einheitswertberechnung X X Montagepunkt
Kartoffelschneekönigin X X Festbrennweite
Lola Moreau X Ming Yang
Andre Andrewitsch  X Dragan Draganowitsch
Blumenkönig X X Filtersekte
Kulturbeutel X X Fern-Schrecken
Mut-Massen  X bersten 
zwinkerblinker

 

Sie haben sich wieder getroffen.

Die Gesprächsfaszinierten.

Die Kunstinteressierten.

Die Vernetzer.

Am zweiten Sonntag im Monat Januar. Heute.

“Irritation” lautet das Thema mit dem nun in 2012 gestartet wurde. In Zelle k4. Mit mir als Gastgeber und Rolf Eller und Peter Bogatka an meiner Seite.

Hier ein paar Punkte, die im Gedächtnis blieben:

  • Irritation meint Reiz und existiert in unterschiedlichen Intensitäten: von schwach bis heftig, von kaum wahrnehmbar bis zur grenzwertigen Provokation.
  • Die Irritation kann eine massive Störung sein oder nur der Hauch eines Impulses.
  • Jedes Bild, jedes Werk stellt einen Reiz dar –  ist Irritation.
  • Die Irritation ist die kleine Schwester der Provokation.
  • Sie ist eine künstlerische Technik, mit der die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Werk, den Künstler gezogen werden kann und ihr Einsatz wird als notwendig erachtet, um aus dem Meer an Werken herauszuragen.
  • Irritation und Performance sind  unterschiedliche künstlerische Ausdrucksmittel. Die Irritation kann auch Teil einer Performance sein.
  • Das Groteske, in der Kunsthistorie durchaus ein fester Bestandteil, und die Irritation liegen inhaltlich nahe beieinander.
  • Der Verwendung der Irritation als künstlerisches Mittel ist abhängig von der persönlichen Handschrift, der Persönlichkeitsstruktur des Künstlers.

Geredet wurde auch über die Aktivitäten des “Kulturraums Niederrhein e.V.”,  über die Onlinezeitung “Kult”, über anstehende Ausstellungen im Gelderland, die Musikbiennale im Herbst und die Regionalkonferenzen des “Kulturraum Niederrheins”. Und auch über die Arbeit im Blog von Juergen Kuester und Tobias Herrmann gab es einen Austausch, der die Funktion des Bloggens und die persönlichen Erfahrungen mit einschloss.

Sie sind so zwischen den großen Themen entstanden, ruck zuck, mal auf die Schnelle. Solche “ZwischendurchArbeiten” sind wichtig: sie motivieren.

Rolf Eller, Peter Bogatka und ich haben mal gerade so aus dem Handgelenk im Vorbeigehen, husch – husch, ein paar Stunden waren da schon weg,  eine kleine zweiteilige Weihnachtsedition erstellt. Thema: “Himmel” und “Erde”. Größe 25 x 35, Auflage jeweils 15 Stück, vierfarbig, 300 g Bütten, 40 Euro/Stk.