Archiv für die Kategorie „KGB“

Heiner Geisbe

Jürgen Küster

Peter Bogatka
Wir sind in das neue Jahr gestartet : mit den ersten Arbeitssitzungen im Januar und Februar in meinem Atelier und einigen Besuchern, die uns freudig willkommen waren.
Das Thema steht – Am Ufer des Amur 2 – und die bisher eingeschlagene Richtung wird, so unsere Absicht, konsequent weiterverfolgt werden:
- Wir arbeiten gemeinsam und zum gleichen Zeitpunkt am jeweiligen Bild.
- Jeder kann in die Arbeitsergebnisse des Vorgängers hineinarbeiten.
- Die Fortschreitung der Ergebnisse bis hin zur Entscheidung, ob das Bild beendet werden kann, werden gemeinsam getroffen.
- Zeichnerisch – malerische Darstellungen bilden den Schwerpunkt.
- Die jeweilige Handschrift soll erkennbar bleiben, aber Teil einer bildnerischen Einheit sein.
- Expressive und “gegen den Strich gebürstete Darstellungsweisen” werden bevorzugt.
- Schwerpunkt der Motivwahl sind osteuropäisch – asiatische Elemente, bezogen auf die Regionen des Amur und das Leben in Russland.
- Die Kombination der einzelnen Motive soll zu einer offenen narrativen Betrachtung anregen.
Es geht weiter. Natürlich! Was denn sonst.
Nach unserer Ausstellung zu Beginn des Jahres war dies unser erstes Treffen nach wirklich langer Zeit. Und die Passung stimmte sogleich wieder. Mein Atelier entwickelt sich immer mehr zum wirklich optimalen Ort für unser gemneinsames Vorhaben und Projekt.
Die Ergebnisses des Tages haben wieder eine leichte Veränderung gegenüber der bisherigen Vorgehensweise und gegenüber den bisherigen Absprachen erfahren: die Farbe hat an Bedeutung gewonnen.
am Ufer des Amur – in der Luisenstrasse 79 in Krefeld – 22.und 29.März 2009 – KGB – Küster/Geisbe/Bogatka: die Ausstellung
Eine kleine Edition sollte her – für die Ausstellung A-Gang in Krefeld am 22. und 29. März 09 bei “den Luisen” in der Luisenstrasse 79 [...]»».
Aus der kleinen ist eine größere Sache geworden.
Die Ausstellung im März in Krefeld in der Luisenstrasse rückt näher. So langsam kristallisiert sich eine Struktur dessen heraus, was wir bisher seit Monaten in unseren Arbeitstreffen prozesshaft – unbewußt verfolgen:
1. Es entstehen Skizzen und Zeichnungen, bisweilen auch Gemaltes aus einer anderen Welt, aus einem anderen Leben: aus dem Leben am Ufer des Amur – sehnsuchtsvoll, fiktiv. Das Dargestellte ist voller Anknüpfungspunkte für den Betrachter, aber auch mit viel Assoziativem und Unbekanntem verbunden. Es werden durch die Verknüpfungen Geschichten aus der Fremde erzählt, manchmal konkret, oft deutungsvoll.
2. Großformatiges ist entstanden – scheinbar willkürlich und vom Zufall diktiert ist “Dies und Das” auf die Papierbahnen geworfen worden. Die Freiheit der Komposition und Motivwahl haben wir uns genommen und doch nicht genommen, denn unsere Diskussionen während des Arbeitsprozesses drehen sich immer um diesen Punkt. Sie drehen sich aber auch um die Frage nach der Auswahl der Motive und der Passung zueinander. Wir stimmen unsere ästhetischen Vorstellungen aufeinander ab. Jeder mit seinem individuellen künstlerischen Ansatz. Und werden dabei in den Ergebnissen sorgfältiger, überlegter, kritischer, tiefer.
Die Ausstellung in den Räumen des Vereins der intermedialen Künste in Krefeld während des A-Gangs im März 09 rückt näher. Alle sind, auch wenn es noch einige Tage bis zur Eröffnung dauert, herzlich eingeladen.
KGB
Küster, Geisbe, Bogatka
am Anfang war das Wort, die Unterschiedlichkeit und eine Idee
das Wort KGB:
das Spiel mit den Anfangsbuchstaben der Namen
das Schmunzeln in den Gesichtern der Hörenden
die assoziative Schiene Russland
die Unterschiedlichkeit:
der Drucker, Autodidakt und seine symbolhafte Bildsprache
der Maler, seine floralen Bilder und das Austoben in entgegengesetzter Motivwahl
der zweite Maler als Wanderer zwischen Krakau und dem Niederrhein, voll polnischen Lebens
und die Idee
dass sich „am Ufer des Amur”, von dem man eine wage Ahnung hat, das abspielt, was in den Köpfen oder in alten Vorlagen als Bilder existiert und auch heute noch Bedeutung hat,
dass es eine andere Welt dort in der Weite gibt, sehnsuchtsvoll und fiktiv, die sich auch in unserem Inneren wiederfindet,
dass es möglich ist, im Prozess, ohne Ängste, im gegenseitigen Vertrauen, Gemeinsames zu erstellen, indem man in ein Werke hineinarbeitet.
Der Arbeitstitel lautet “am Ufer des Amur”.
Aber ein Arbeitstitel ist das schon lange nicht mehr. Es ist unser Thema, dieses Leben in der Fremde und die Geschichten dort.
Sich treffen, in einem Raum, zum gleichen Zeitpunkt und gemeinsam arbeiten- jeder werkelt in die Ergebnisses des anderen hinein – das ist es, was wir tun.
Rücksichtnahme, Wertschätzung, behutsam verändern, ergänzen – so gehen wir vor. Die Frage der Autorenschaft ist klar: wir alle drei sind die Verantwortlichen. Jeder bringt sich mit seinen Schwerpunkten ein. Wir ergänzen uns, ein genauer Plan fehlt, situativ wird entschieden, lustvoll. Dann wird dokumentiert, Reste bleiben stehen, man wird sehen, später.
Sozialistisches ist uns nicht fremd – die Liebe zu den grau-schwarzen Bildern der Fünfziger teilen wir - und den Hang zum Spielen mit Formen, Motiven und Kompositionen lassen wir uns nicht nehmen. Es wird schon werden.
Was den Betrachter reizt, ist der Blick in eine von uns geschaffene Phantasiewelt im Osten, teilweise unbekannt, so weit weg, aber voller fremder Geschichten. Die wir dann erzählen.









