Archiv für die Kategorie „2SIM“

Der letzte Eintrag liegt schon etwas zurück. Aber dennoch: es tut sich was in “Zelle k5″!

 

Also:

zweifertig: Arbeiten zu Block 6

Körper 2.0: das Gordolios – Projekt und die Einbeinige

unterwegs: Collagen

Skulpturales: Versuche

Buchalovs Salon 2SIM: Treffen im Dezember und Januar

Besucher: Kunstkurs Lise Meitner Gymnasium

twelve: erste Aufnahmen zum Videoprojekt

 

Das Thema heute lautete “Blumenallergie” und war Bestandteil der Ausstellung “flowers gone” in der Galerie “artedos” in Kempen.

Blumenallergie verstanden als das Unbehagen der Künstlerfreunde beim Aufgreifen und Verarbeiten von floralen Themen oder Motiven war der Ausgangspunkt des Gesprächs. Wer Blumenmotive verarbeitet, wird von Künstlerkollegen belächelt, Unbehagen stellt sich ein – so unser Eindruck. Den Gründen versuchten wir auf die Spur zu kommen.

Einige Beispiele an zeitgenössischen Ausstellungen zum Thema wurden anhand von Bildmaterial ebenfalls vorgestellt.

Die Symbolik, die Funktion, die Allgegenwart der Blumen im täglichen Leben, Blumen als steter Begleiter aller menschlicher Lebensphasen und die Frage der Vergänglichkeit waren weitere Themenschwerpunkte. In wie weit der Versuch dem Thema in der kreativen Umsetzung neue Aspekte abzugewinnen gelingen kann, war ebenfalls Gesprächsgegenstand.

Auch das Thema Blumen und Kitsch wurde nicht ausgelassen.

Der Warencharakter von Blumen, der Versuch über die Verwendung von Blumen als Motiv ihre emotionale Bedeutsamkeit für den Menschen auf Produkte als Waren zu überragen und somit verkaufsfördernd zu wirken, indem dem Käufer suggeriert wird, er kaufe die Emotion, das positiv Belegte dieses  floralen Motivs war lange zentraler Gegenstand unseres Gespräches.

Und den Abschluss des Künstlergesprächs bildeten die Themenbereiche Kunstblume und Duft der Blumen.

 

 

 

Der Trend in den sinkenden Teilnehmerzahlen an der Gesprächsrunde setzte sich heute weiter fort: wir waren heute nur zu dritt.

Dies war daher die letzte 2SIM – Gesprächsrunde, denn die seit vielen Monaten stetig sinkenden Teilnehmerzahlen und auch deutlich spürbare fehlende Bereitschaft eigene Werke im Themenzusammenhang der Gesprächsrunde vorzustellen, lassen vermuten, dass diese Form des kommunikativen Austauschs unter Künstlerkollegen momentan keine Akzeptanz mehr findet. Die Gesprächsrunde, gestartet 2009, wird somit den Bedürfnissen angepasst und eingestellt. Ich bedaure dies sehr, denn mein Herz hing an diesem Projekt. Andere und vielleicht auch neue Formen des Dialog werden an diese Stelle treten müssen.

Ich danke allen, die in den vergangenen Jahren sehr regelmässig oder punktuell an diesem Projekt teilgenommen haben und für eine inhaltliche Gesprächsqualität gesorgt haben, die über das normale Maß unserer sonstigen künstlerischen Dialoge hinausging. Es fand ein thematischer Austausch statt, der uns wohl alle bereichert hat und das Treffen war zudem eine gute Gelegenheit zur personellen Vernetzung vieler Künstler der Region Niederrhein. Vielen Dank Euch allen.

 

 

 

 

 

 

 

“Erzählen” – man könnte in einem ersten Reflex denken, dass dies ein rein literarisches Thema sei. In unserem heutigen “2SIM – Gespräch” wurde aber schnell der Transfer zum bildenden Bereich deutlich und vertieft. Hier einige Stichworte , die den Kern unseres heutigen Gesprächs trafen:

  • die Erzählung per Definition als Darstellung / Erläuterung eines Sachverhaltes oder einer Situation
  • die Erzählung nicht als  reine literarische Form
  • Erzählbilder (Bilder, die Geschichten erzählen)  und Momentbilder (Bilder, die nur Momente wiedergeben)
  • die Abstrakton als erzählfeindlicher Raum
  • die Historie des Erzählens in der Malerei
  • assoziatives Erzählen in der modernen Malerei per gedanklicher Verknüpfung von Motiven eines Bildes durch den Betrachter
  • über Bilder such Redner  in Vernissagen  / Präsentationen erzählen: die Kunst der Beschränkung auf das Wesentliche ohne künstlerische Überhöhung
  • die Verantwortlichkeit des Künstlers für sein Werk als beschreibende Verantwortlichkeit
  • Künstlertreffen und Austausch: die Kollegenkritik auf Augenhöhe zur Verbesserung der Bildqualität als erzählerischer Vorgang im Sinne von Gespräch

Und immer wieder tauchte Gerhard Richter mit großen Gesprächsanteilen auch in kritischer Betrachtung seines Werkes in unserem Gespräch auf – in seiner Unfassbarkeit, seiner Unverbindlichkeit, seiner Bedeutsamkeit oder Überbewertung.

 

Wir treffen uns. Alle sind herzlich eingeladen.

 

 

Sie haben sich wieder getroffen.

Die Gesprächsfaszinierten.

Die Kunstinteressierten.

Die Vernetzer.

Am zweiten Sonntag im Monat Januar. Heute.

“Irritation” lautet das Thema mit dem nun in 2012 gestartet wurde. In Zelle k4. Mit mir als Gastgeber und Rolf Eller und Peter Bogatka an meiner Seite.

Hier ein paar Punkte, die im Gedächtnis blieben:

  • Irritation meint Reiz und existiert in unterschiedlichen Intensitäten: von schwach bis heftig, von kaum wahrnehmbar bis zur grenzwertigen Provokation.
  • Die Irritation kann eine massive Störung sein oder nur der Hauch eines Impulses.
  • Jedes Bild, jedes Werk stellt einen Reiz dar –  ist Irritation.
  • Die Irritation ist die kleine Schwester der Provokation.
  • Sie ist eine künstlerische Technik, mit der die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Werk, den Künstler gezogen werden kann und ihr Einsatz wird als notwendig erachtet, um aus dem Meer an Werken herauszuragen.
  • Irritation und Performance sind  unterschiedliche künstlerische Ausdrucksmittel. Die Irritation kann auch Teil einer Performance sein.
  • Das Groteske, in der Kunsthistorie durchaus ein fester Bestandteil, und die Irritation liegen inhaltlich nahe beieinander.
  • Der Verwendung der Irritation als künstlerisches Mittel ist abhängig von der persönlichen Handschrift, der Persönlichkeitsstruktur des Künstlers.

Geredet wurde auch über die Aktivitäten des “Kulturraums Niederrhein e.V.”,  über die Onlinezeitung “Kult”, über anstehende Ausstellungen im Gelderland, die Musikbiennale im Herbst und die Regionalkonferenzen des “Kulturraum Niederrheins”. Und auch über die Arbeit im Blog von Juergen Kuester und Tobias Herrmann gab es einen Austausch, der die Funktion des Bloggens und die persönlichen Erfahrungen mit einschloss.

DSC07478#2Ich hatte zum Thema “Zeichnung” geladen. Es wurde aber mehr ein Gespräch über die Bildhauerei und was die Bildhauerei ausmacht. Man war sich einig, dass es weniger das Abbilden der Realität als der Umgang und das Aufgreifen von Formen ist, verbunden mit dem Versuch, darüber hinausgehende Aussagen existentieller Art zu treffen. Craig und Moore waren hier oft zitierte Beispiele.

Am Rande wurde die Funktion der Zeichnung im skulpturalen Prozess gestreift. Einmal dient die technische Zeichnung oder die Skizze zu der Natur entlehnten Formen der Vorbereitung des Entstehens einer Skulptur. Vertreten wurde aber auch die Meinung, dass es gänzlich ohne Zeichnung/Skizze geht, indem man von der groben gedanklichen Idee ausgehend, sich prozesshaft voran tastet und die Skulptur schafft.

Dies war die letzte “”SIM Gesprächsrunde” für dieses Jahr. Im Januar wird das Vorhaben wieder aufgegriffen. Ich danke allen für die bisher rege Teilnahme an diesem Versuch eines regelmässigen Dialogs auf regionaler Ebene.

Einladung 2SIM Juni 2011#3


Heute haben wir uns im Rahmen der “Surium – Ausstellung” am Alten Wasserwerk in Wachtendonk zu unserem Gesprächskreis getroffen. Unser Thema war “Netzwerk/Seilschaft”.

Wir sind unsere persönlichen Netzwerke durchgegangen, haben unsere Vereinsmitgliedschaften offen auf den Tisch gelegt, haben benannt, wo wir Seilschaften im Kunstbetrieb vermuten und wo wir wissen, dass es sie gibt.

Beim Einkreisen des Themas wurde immer wieder deutlich, dass die Qualität von Netzwerke von den sie führenden Persönlichkeiten und deren emphatischen Möglichkeiten abhängig ist. Nur dort findet eine echte Teilhabe im Netzwerk statt, wenn sich die Mitglieder desselben angenommen fühlen. Uns war klar, dass Netzwerke uns helfen, die Vereinzelung zu überwinden und uns Sicherheiten geben können. Uns war aber auch wichtig, dass Netzwerke nicht unsere Freiheiten einschränken sollen.

Und Seilschaften: das ging gar nicht, weil unredlich.

Einladung 2SIM April 2011#3


“Die Tafelrunde” – so nannte Rosy in einer Mail an mich unsere Runde – hat sich wieder getroffen. Es ging um die Frage der Sinnhaftigkeit des künstlerischen Schaffens. In unseren Überlegungen war von Anfang an der Künstler ausgeklammert, dessen Sinnen auf die Schaffung von Kunstwerken zur Verwendung auf dem Kunstmarkt ausgerichtet ist. Hier ist die Sinnhaftigkeit von Kunst völlig klar: ein Marktprodukt herstellen und verkaufen.

Aber was gilt für den Künstler, der nicht auf diesen Markt ausgerichtet agiert und aus finanzieller Unabhängigkeit heraus oder weil er diese Rolle nicht annehmen will, sich dieser Funktion von Kunst entzieht? Diesen Beitrag weiterlesen »

Einladung 2SIM März 2011#2

2SIM

“vorher – nachher”: so lautetet das Thema des 2SIM – Treffens. In Stichworten die Gesprächsinhalte der Diskussion:

Veränderung ist immer / unterschiedliche Geschwindigkeiten der Veränderung / die Pendelbewegung der Veränderung / Veränderung von innen – aussen / die eigene Befriedigung durch Veränderung / Veränderung und Entwicklung / Nützlichkeit des Neuen / die persönliche Bereitschaft zur Veränderung / Lernen als Veränderung / “Was sich nicht ändert, stirbt.” / die Selbstkritik oder Unzufriedenheit als Motor der Veränderung /


Einladung 2SIM Feb 2011


Das erste Treffen im neuen Jahr: es es kamen einige! Unser Thema war: Kunst 2.0.

Es ging um die Tatsache, dass alles, aber auch alles, was mit den neuen Medien zusammenhängt, unseren Alltag bestimmt. Auch den der Künstler. Es ging um die Frage, in welcher Form und in welchem Umfang das Internet in unsere Arbeiten Einzug gehalten hat und wie wir es kontrollieren können. Und ob ein persönliches oder gesellschaftliches Leben ohne Internet überhaupt noch möglich ist.

Und es ging um die Beschreibung, wie dieses technische Leben die Inhalte unserer Kunst bestimmt und ob wir dies überhaupt zulassen möchten.

Es traffen sich ein Modernisierer, ein Traditionalist, einige Neugierige, keine Ängstliche, Chancen-witterer, und, und, und.