
Es ist kein Zufall, dass dieses Thema immer wieder anschwappt wie Treibholz am Meeresstrand. Das Thema zieht sich durch alle meine Arbeiten der letzten Jahre.

Was ist Kunst?
Die Frage nach der „guten Kunst“ ist die Frage nach dem, was Kunst allgemein ist.
Also:
- Kunst ist der Akt des Abbildens des gesamten Lebens in jedweder Form und Technik mit dem Ziel der Klärung und Reinigung.
- Das Abbildungsergebnis wird durch den Akteur zum Kunstwerk erklärt mittels Bezeichnung und Benennung.
- Der Vorgang der Benennung ist Teil einer künstlerischen Strategie, eines Planes. Darunter verstehe man ein Konzept des Künstlers, wie er sich die Welt aneignen will, in welcher Ausdrucksform dies geschieht und im Wissen um alle Aspekte seines Schaffens.
These 1: Qualität von Kunst lässt sich nicht definieren!
These 2: Qualität ist anhand von Kriterien durchaus definierbar.
Der Begriff „Qualität“
- Qualitas: wie ist etwas beschaffen?
- Das Gegenteil von Qualität ist Kitsch.
- Qualität ist kein harter Begriff, sondern eine in der Kunst wirkende substantielle Kraft.
- Qualität ist ein abstrakter Begriff und entsteht nur im Vergleich der Sache. Qualität benötigt den Vergleich.
- Meine Subjektivität als Betrachter ist der Gradmesser für künstlerische Qualität.
- Meine Subjektivität kennt Kriterien der Bewertung als Orientierungspunkte.
Die Fragen an die Qualität der Werke beginnt bei uns selbst.
Jedes Mal, wenn eins meiner Kunstwerke fertig ist, stellen sich die gleichen Fragen nach der Qualität und dem Umgang mit meinem Kunstwerk:
- Bin ich technisch mit dem Ergebnis zufrieden?
- Was war meine Bildaussage und finde ich sie im Bild wieder?
- Finde ich sie direkt, indirekt, verschlüsselt oder verschüttet?
- Wie wird der Betrachter wohl mein Werk wahrnehmen?
- Was sieht er zuerst? Was bewirkt es? Kann ich seine Wahrnehmung steuern?
- Habe ich meine „schräge Ästhetik“ verwendet? Bin ich reduziert in meinen Elementen?
- Kann ich das Werk öffentlich zeigen, ohne Erklärungsbedarf und –notstand?
- Wie stufe ich mein Werk ein: A,B,C
Mögliche Orientierungspunkte für gute Kunst
- Radikalität – die Entschiedenheit des künstlerischen Plans
- die Wucht des ersten Eindrucks
- Präsenz, Inhaltlichkeit, Stimmigkeit (Form entspricht dem Inhalt), Komplexität, Kontext
- die Authentizität, unverwechselbar, eigenständig
- die Art und Wiese der Ausführung
- die Notwendigkeit zum Innehalten
- die Glaubwürdigkeit
- die Konzeptionelle Idee und ihre adäquate Ausführung
- Innovation, Konstanz und Konsequenz
