Das Thema heute lautete “Blumenallergie” und war Bestandteil der Ausstellung “flowers gone” in der Galerie “artedos” in Kempen.
Blumenallergie verstanden als das Unbehagen der Künstlerfreunde beim Aufgreifen und Verarbeiten von floralen Themen oder Motiven war der Ausgangspunkt des Gesprächs. Wer Blumenmotive verarbeitet, wird von Künstlerkollegen belächelt, Unbehagen stellt sich ein – so unser Eindruck. Den Gründen versuchten wir auf die Spur zu kommen.
Einige Beispiele an zeitgenössischen Ausstellungen zum Thema wurden anhand von Bildmaterial ebenfalls vorgestellt.
Die Symbolik, die Funktion, die Allgegenwart der Blumen im täglichen Leben, Blumen als steter Begleiter aller menschlicher Lebensphasen und die Frage der Vergänglichkeit waren weitere Themenschwerpunkte. In wie weit der Versuch dem Thema in der kreativen Umsetzung neue Aspekte abzugewinnen gelingen kann, war ebenfalls Gesprächsgegenstand.
Auch das Thema Blumen und Kitsch wurde nicht ausgelassen.

Der Warencharakter von Blumen, der Versuch über die Verwendung von Blumen als Motiv ihre emotionale Bedeutsamkeit für den Menschen auf Produkte als Waren zu überragen und somit verkaufsfördernd zu wirken, indem dem Käufer suggeriert wird, er kaufe die Emotion, das positiv Belegte dieses floralen Motivs war lange zentraler Gegenstand unseres Gespräches.
Und den Abschluss des Künstlergesprächs bildeten die Themenbereiche Kunstblume und Duft der Blumen.
Der Trend in den sinkenden Teilnehmerzahlen an der Gesprächsrunde setzte sich heute weiter fort: wir waren heute nur zu dritt.
Dies war daher die letzte 2SIM – Gesprächsrunde, denn die seit vielen Monaten stetig sinkenden Teilnehmerzahlen und auch deutlich spürbare fehlende Bereitschaft eigene Werke im Themenzusammenhang der Gesprächsrunde vorzustellen, lassen vermuten, dass diese Form des kommunikativen Austauschs unter Künstlerkollegen momentan keine Akzeptanz mehr findet. Die Gesprächsrunde, gestartet 2009, wird somit den Bedürfnissen angepasst und eingestellt. Ich bedaure dies sehr, denn mein Herz hing an diesem Projekt. Andere und vielleicht auch neue Formen des Dialog werden an diese Stelle treten müssen.
Ich danke allen, die in den vergangenen Jahren sehr regelmässig oder punktuell an diesem Projekt teilgenommen haben und für eine inhaltliche Gesprächsqualität gesorgt haben, die über das normale Maß unserer sonstigen künstlerischen Dialoge hinausging. Es fand ein thematischer Austausch statt, der uns wohl alle bereichert hat und das Treffen war zudem eine gute Gelegenheit zur personellen Vernetzung vieler Künstler der Region Niederrhein. Vielen Dank Euch allen.

Hallo Jürgen,
dass die Gesprächsrunde eingestellt wird nehme ich mit großem Bedauern zur Kenntnis. Ich hoffe, man trifft sich doch gelegentlich nochmal. Ich fand die Treffen immer sehr angenehm und bereichernd, habe ich als Neuling und Zugezogene doch erst dadurch Kontakt zur Gelderner Szene bekommen.
Danke nochmal, dass du dein Atelier so großzügig zur Verfügung gestellt hast.
Man sieht sich auf jeden Fall.
Beste Grüße Gaby
Hallo Gaby!
Ich danke für Dein Verständnis, gerade weil ich ja auch weiß, dass Du genau zu der Gruppe von Künstlern gehört, die dieses Projekt immer sehr intensiv mitgetragen hat.
Wie ich uns kenne, wie ich mich kenne, wird sich sicherlich im Laufe der Zeit eine Alternative entwickeln.
LG, bis bald Juergen
Lieber Jürgen,
ich bin geschockt, was hat dich geritten? Ich kenne das Arbeiten mit Gruppen, wenn nicht ein ‘Arbeitsvertrag’ sie zusammen hält, kann die Teilnahme immer mal zwanzig und mal drei Menschen sein. Bei mir kreuzte sich der Termin häufig mit der Versorgung minderjährigen Nachwuchses, Sonntag um zwölf ist, könnte man sagen was für Junggesellen und Rentner, die einen schaffen es wenn sie ‘Party’ gemacht haben vielleicht bis zwölf, die anderen haben eh Zeit…
Kempen gehört zudem überhaupt nicht zu meinem ‘Aktionsradius’.
Okeeh, es ist so, “wo eine Tür zufällt”, sagt ein Sprichwort, “geht eine andere auf” – das Konzept und das ‘Personal’ haben nicht zusammen gepasst, oder Brecht es einmal formulierte: “Die Regierung ist enttäuscht, sie wird sich ein neues Volk wählen müssen…” Der Vergleich hinkt zugegebenermaßen…
Das wiederbeleben einer sog. ‘Salonkultur’ war mir immer ein Anliegen, da ich in der Zeit Ende der neuziger Jahre feststellte, dass das Verhältnis von Künstlern untereinander mehr und mehr von Argwohn und Ausgrenzung geprägt war, keiner wollte über Projekte sprechen aus Angst jemand anderer hat es evtl. schneller umgesetzt usw. Künstler’vereinigungen’ und ‘Stammtische’ kamen und gingen, 2SIM hat etwas wieder hereingebracht ‘interdisziplinär’ wie neudeutsch es nennt. Okeeh, 2012 ist nicht 2009 – vielleicht wandelt der Zeitgeist sich gerade, dann gibts mehrere Möglichkeiten….
vlG Tobias
Hallo Jürgen!
Gestern war ich das erste Mal dabei und wie ich jetzt lese wohl auch das letzte Mal. Schade, denn
ich fand das Gespräch sehr anregend und hätte nicht vermutet, das das Thema so viele Facetten beeinhaltet.
Es ist eine schöne Idee, sich so ungezwungen zu treffen und mal über Kunstthemen zu reden statt zu produzieren. Dabei kommt es gar nicht auf die Menge der Leute an, sondern auf die Qualität der Inhalte und ich denke, das bei wenigen Teilnehmern vielleicht sogar mehr entsteht.
Ich überlege, ob ich deine Idee aufgreife und auch mal bei uns im Atelier stattfinden lasse.
Wobei ich hoffe, das du dann auch kommst.
Liebe Grüße, Heike
Georgia O’Keeffe, Norbert Tadeusz, David Hockney, natürlich Gerhard Richter,
Blumen sind gar nicht mal unbehaglich, so als Thema – auf Anhieb fallen mir da gleich ein paar Namen ein.
Georgia O’Keeffe, Norbert Tadeusz, David Hockney, natürlich Gerhard Richter …
Beste Gesellschaft. Sozusagen.